Auch heuer schmiedet der einstige Savatage-Begründer Jon Oliva ein brandneues Metaleisen, das sich gewaschen hat. „Global Warning“ titelt der neueste Erguß aus dem Hause Oliva samt seinen „leidgeprüften“ Pain-Jungs. Durch eine Werbetafel am Freeway inspiriert, wandelte der gebürtige Floridianer die dort so plakativ aufgedruckte Aussage zum Klimawandel einfach für seine Zwecke ab und teilt uns stattdessen musikalisch wie inhaltlich seine höchsteigenen Bedenken zum Weltgeschehen mit.
Das über all dem nach wie vor der musikalische Geist des bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Bruders Criss Oliva schwebt, versteht sich mittlerweile von selbst; nicht zum ersten Mal bedient sich der inzwischen recht füllige Mountain King der ideellen Hinterlassenschaft seines Bruders, die sich einst auf diversen Demos gebannt in einer Kiste unterm Bett wieder fand. Von dieser – wenn man so will – offen propagierten Einigkeit im Geiste, profitieren vor allem die nach wie vor zahlreich vorhandenen Savatage-Fans, denen Anfang diesen Jahres das letzte Fünkchen Hoffnung auf eine Wiedervereinigung ihrer Lieblingscombo genommen wurde.
Doch genau die ließ Oliva weder mit dem Albenvorgänger „Maniacal Renderings“ wie auch dem aktuellen Output „Global Warning“ nicht im Regen stehen, sondern verrichtet im Beisein seiner Jünger Matt LaPorte (Guitars), Kevin Rothney (Bass), Christopher Kinder (Drums) und John Zahner (Keys) ganz offen seine metallische Trauerarbeit.
Davon kann wohl jeder ein Lied singen, der schon einmal den ziemlich innigen Akustikshows Olivas beiwohnte, die sogar für hart gesottene Konzerthasen einen ganz besonderen Flair aufwiesen. Das sieht der Mountain King an diesem Sonntagmorgen um zehn im lauwarmen Florida ähnlich...

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